Jahreshauptversammlung 2013

Bericht Hz 27.3. von Claudia Burkert-Ankenbrand

Gesetzesänderung beschäftigt die Kreisjägervereinigung

Jagd ist Natur- und Tierschutz, Auftrag, Berufung und Leidenschaft. Mit dem Slogan des Landesjagdverbandes verbindet Robert Volpp das zentrale Thema für die Jäger: Die Reform des Landesjagdgesetzes. Der Kreisjägermeister informiert daher auf der Jahreshauptversammlung der 550 Mitglieder starken Jägervereinigung Hohenlohe in der Stadthalle Niedernhall über die erste Anhörung zur Gesetzesänderung, die im Juni stattfand.Der stellvertretende Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann habe dabei klar Stellung bezogen, wie aus der Sicht der Jäger ein neues Landesjagdgesetz aussehen sollte: Das Rad „Jagdgesetz“ müsse man nicht neu erfinden, ein komplett neues Jagdgesetz werde nicht gebraucht.Ein konsensfähiger Gesetzentwurf sei noch nicht erarbeitet. Für den Kreisjägermeister ist daher „noch alles möglich“. Die geschlossene Schneedecke, auf der Thomas Dietz am Veranstaltungsgabend bis Heilbronn gefahren ist, versinnbildlicht ihm die Stimmungslage. Der stellvertretende Bezirksjägermeister vom Regierungsbezirk Stuttgart verdeutlicht den Ernst der Lage. Es gelte, sich klar zu positionieren.Rockzipfel „Es stimmt nicht, dass wir Jäger am Rockzipfel der Vergangenheit hängen“, stellt er klar. Man sei zum konstruktiven Dialog bereit. Das heißt für Dietz, Regelungen zu schaffen, die praxisgerecht und für die Jäger akzeptabel sind. Wohin die Reise bei der Reform gehen könnte, schildert er an Beispielen. „Wir schlagen die Hände über dem Kopf zusammen“, wenn die Fuchsjagd komplett verboten werden sollte. Denn dadurch zeichne sich ab, dass es vermehrt zu an Staupe und Räude erkrankten Tieren kommen wird. Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, zu streichen, führe seiner Meinung nach dazu, dass viele Jagdreviere unattraktiv werden. Jagd sei keine bloße Dienstleistung, sondern unumstritten auch ein Auftrag der und für die Gesellschaft.Arbeitskreismitglied Erbprinz Kraft zu Hohenlohe-Öhringen erwartet für September den Entwurf für das neue Landesjagdgesetz. Zur Not müsse zu Maßnahmen gegriffen werden, „die bis jetzt noch nicht dagewesen sind“.Ziele „Das Ziel ist ein zukunftsorientiertes Jagdrecht“, erklärt Gotthard Wirth vom Landratsamt. Er hofft, dass praxisnahe und sinnvolle Lösungen gefunden werden, die keinen großen Verwaltungsaufwand nach sich zögen. Wirth richtet den Blick der Jäger auch auf das Waffenrecht und die damit verbundenen Erhebungen. Thema war auch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, das deutsches Jagdrecht einschränkt. Denn Grundstückseigentümer in Deutschland müssen danach die Jagd auf ihrem Gelände nicht dulden. „Das alles sind Themen, die uns brennend begleiten werden“, versichert Volpp. Er erläutert auch, warum es anstehe, über eine Änderung der Gehörnschau, die bisher bei der Jahreshauptversammlung gezeigt wird, nachzudenken.

Erstellt am 28.02.2014
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