Wissenswertes vom Veterinäramt

Dr. Helmut Stoffel hat an unserer Hauptversammlung ein sehr informatives Grußwort an uns gerichtet,

Erstellt am 25.04.2016

welches er freundlicherweise zur Veröffentlichung zur Verfügung stellt,da es für alle Mitglieder interessante Fakten enthält.

 

Zusammenfassung des Grußwortes anlässlich der Kreisjägerversammlung am 19. März 2016 in Niedernhall.

Tollwut-Überwachungsprogramm

Deutschland ist seit 2008 Tollwut frei.Im Jahr 2015 wurden keine Tollwutfälle (außer Fledermaustollwut) bei Haus- bzw. Wildtieren in Deutschland festgestellt.

Nur noch Einsendung von Indikatortieren

Die laufende Tollwutüberwachung gibt kein starres Probenkontingent mehr vor. Allerdings sind sog. Indikatortiere möglichst vollumfänglich zu untersuchen.Als solche Indikatortiere gelten ausschließlich Füchse, Waschbären und Marderhunde, welche Verhaltensauffälligkeiten, sonstige Auffälligkeiten oder Krankheitserscheinungen zeigen sowie verunfallte oder verendete Tiere. Die Untersuchungspflicht gilt landesweit und unabhängig vom Alter der genannten drei Tierarten. Prämienberechtigt sind auch die Indikatortiere, die von den Vertretern der staatlichen Forstverwaltung eingesandt werden.

Erlegte Tiere ohne Auffälligkeiten oder Krankheitserscheinungen werden zukünftig nicht mehr untersucht.

Untersuchungsanträge „Tollwut“

Die Untersuchungsanträge sind vollständig auszufüllen.Einen Untersuchungsantrag "Tollwut" in Papierform haben die Hegeringleiter als Kopiervorlage erhalten; er kann alternativ auch jederzeit von den jeweiligen Homepages der Untersuchungsämter heruntergeladen werden:

www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp

Unkostenpauschale (ehemalige Fuchsprämie) Zur Honorierung des Aufwandes der Probenbereitstellung wird den Jagdausübungsberechtigten in Baden-Württemberg auch weiterhin eine Unkostenpauschale (ehemalige Fuchsprämie) in Höhe von 25,- € gewährt. Aus haushaltstechnischen Gründen wurde die Gesamtzahl der prämierungsfähige Tiere auf maximal 500 Indikatortiere gedeckelt und ist an den Nachweis der Untersuchungsfähigkeit geknüpft.

Entscheidend für die Zuordnung in das jeweilige Haushaltsjahr ist das EINGANGSDATUM bei den Untersuchungsämtern. Bei Abgabe eines Indikatortieres an einer Sammelstelle, ist das zuständige Veterinäramt darüber zu informieren.

Einsendemodalitäten

1. Der gesamte Tierkörper ist einzusenden.

2. Indikatortiere sind nach der Tollwut-Verordnung alle einzusenden.

3. Es sind ausschließlich die Untersuchungsanträge „Tollwut“ zu verwenden. Nur vollständig und gut lesbar ausgefüllte Anträge unter Angabe der entsprechenden Bankverbindung können bei der Prämienauszahlung berücksichtigt werden. Aus epidemiologischen Gründen sind diese Angaben zwingend erforderlich.

4. Die Untersuchungsanträge sind durch eine Klarsichthülle bzw. eine separate Plastiktüte außen am Sack mit einer stabilen Schnur zu befestigen.

5. Pro Sack darf nur ein Tierkörper verpackt werden.

Wildschweinepest- Monitoring

Wie in den Vorjahren möchten wir Sie auch in diesem Jahr wieder auf die erforderliche Beprobung des Schwarzwildes auf Europäische Schweinepest (ESP) und Afrikanische Schweinepest (ASP) hinweisen. Im Hohenlohekreis sind 2016 insgesamt 58 Wildschweineproben zu entnehmen und zur Untersuchung einzuschicken.

Im letzten Jahr bestand ein Probendefizit von 19 Proben. Der Hohenlohekreis hatte damit das höchste Probendefizit im Regierungsbezirk Stuttgart!!

Bitte helfen Sie mit, dass der Hohenlohekreis 2016 sein Probensoll erfüllt und dazu beiträgt die Einschleppung und Verbreitung dieser beiden gefährlichen Schweineseuchen zu verhindern.

Die entsprechenden Probenahme-Sets wurden von uns an die Hegeringleiter verteilt und können bei diesen abgeholt werden.Ich bitte um Verständnis, dass wir aus organisatorischen Gründen die Sets nicht an jeden einzelnen Jäger verteilen können. Neben gesund erlegten Tieren sollten unbedingt auch Proben von sogenannten Risikotieren, d.h. von Fallwild und Unfallwild genommen werden.Um den epidemiologischen Stellenwert der Risikotiere zu verdeutlichen und das Probenkontingent entsprechend zu erhöhen, wird daher wie im Vorjahr eine sog. Unkostenpauschale in Höhe von 25,50 € für Risikotiere gewährt. In den Untersuchungsanträgen finden sich die entsprechenden Angaben für einen Prämierungsantrag. Die Anträge wurden an die Hegeringleiter versandt.Aus haushaltstechnischen Gründen ist die Gesamtzahl der prämierungsfähigen Tiereauf max. 500 begrenzt. Die Auszahlung erfolgt über das Veterinäramt. Um die Beprobung von Fallwild zu vereinfachen, z.B. wenn nicht genügend Flüssigkeit gewonnen werden kann, wurde das Probenahmematerial neben den bisher ausgegebenen Blutröhrchen erstmals um einen sog. Bluttupfer ergänzt.Wir bitten Sie daher verstärkt auch Risikotiere zu beproben, sofern vorhanden.

Wildursprungszeugnisse und Wildmarken

Wildursprungszeugnisse und Wildmarken für Wildschweine zur Trichinenuntersuchung werden von uns jedes Jahr an die Hegeringleiter verteilt mit der Bitte, diese an die Jagdausübungsberechtigten Ihres Hegerings weiterzugeben.Aus organisatorischen Gründen ist es uns leider nicht möglich die Ursprungszeugnisse und Marken an jeden einzelnen Jäger auszuteilen.Sollten Sie daher Zeugnisse und Marken über das Ihnen zugeteilte Kontingent hinaus benötigen, wenden Sie sich bitte an Ihren Hegeringleiter, der diese dann bei uns anfordert und an Sie weitergibt.

Blauzungenkrankheit (BTV)

Von Frankreich her bewegt sich BTV des Serotyps 8 und aus Richtung Österreich BTV 4 auf Baden-Württemberg zu. Dies bedeutet, dass auch in der Population der Wildwiederkäuer mit dem Auftreten von BTV zu rechnen ist. Um Aufschluss die Ausbreitung in der Wildtierpopulation zu erhalten, werden Proben durch das Forstamt genommen und zur Untersuchung eingesandt werden.

Abfallentsorgung

Durch die Einführung der Bioenergietonne im Hohenlohekreis sind Unsicherheiten darüber aufgetreten, wie Abfälle, die beim Aufbrechen, Abschwarten oder Zerwirken entstehen, zu entsorgen sind. Gleichzeitig besteht nach unserem Eindruck bei der Jägerschaft das Bedürfnis einer ordnungsgemäßen Entsorgung solcher Abfälle. Wir begrüßen dies ausdrücklich.

Sofern die Abfälle von Tieren stammen, die nicht an einer auf Mensch oder Tier übertragenbaren Erkrankung gelitten haben, fallen sie nicht unter das Tierische Nebenprodukte Beseitigungsrecht. Dennoch sollten sie ordnungsgemäß entsorgt werden.Die Abfallsatzung des Hohenlohekreises schließt eine Entsorgung über die Biotonne aus.

Wir empfehlen daher bei der Gemeinde des Wohnortes nachzufragen, ob die Abfälle über eine entsprechende Gefriertruhe an der Kläranlage entsorgt werden können.

Falls nicht, besteht die Möglichkeit, dass sich mehrere Jäger oder Hegeringe zusammenschließen und an einer Kläranlage oder einem anderen geeigneten Ort eine Gefriertruhe aufstellen, in die diese Abfälle entsorgt werden.

Bis Mitte 2015 wurden diese Truhen kostenlos von der ztn-Neckar-Franken entsorgt. Mittlerweile ist die Entsorgung leider kostenpflichtig.

Die Kosten und der Entsorgungsmodus müssten daher zuvor bei der ztn in Hardheim, Tel.: 06283 / 2212-0 (Neckar-Odenwald-Kreis) erfragt werden.

Dr. Helmut Stoffel

Das Veterinäramt präsentiert sich auf der LAGA  im Landkreispavillon vom 25. – 31. Juli 2016.

 

 

Erstellt am 25.04.2016
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