Rückverfolgbarkeit von Wild für die Abgabe von Wildbret

Neue EU-Verordnung seit 1. Juli 2012 in Kraft

Zur Umsetzung der Rückverfolgbarkeit gemäß Artikel 18 der VO (EG) 178/2002 hat die EUam 19. September 2011 die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 931/2011 verabschiedet, dieeuropaweit und unmittelbar am 1. Juli 2012 in Kraft getreten ist. Zu der EU-Verordnung gibtes keine nationale Umsetzungsregelung.Die Verordnung zielt darauf ab, dass die Herkunft von Wild und Wildteilen als Lebensmittelz.B. bei Kontrollen, nachvollziehbar ist, d.h. der Weg vom Erlegen im Revier zumVerbraucher lückenlos dokumentiert wird und ggf. behördlich nachgeprüft werden kann.Die Verordnung betrifft:alles Wild, also Schalenwild, sonstiges Haarwild und Federwild ,das zum menschlichenVerzehr bestimmt ist.· Abgabe von Wild als Primärprodukt (d.h. in Decke, Schwarte, Federkleid) anzertifizierten Lebensmittelunternehmer (Wildbearbeitungsbetrieb)· Abgabe von Wild an Lebensmitteleinzelhandel (Gaststätten, nicht zertifizierteMetzgereien) zur Abgabe an Endverbraucher-- als Primärprodukt,-- ohne Decke, Schwarte oder Federkleid-- zerlegt (auch Abgabe von Teilen), ausgebeint, tiefgekühlt etc. (vgl. VO(EG)852/2004, Art.2 Abs. 1)· Abgabe von VerarbeitungsproduktenNicht betroffen von der Verordnung ist:· Wild, das im eigenen Haushalt selbst verbraucht wird· Wild, das an Endverbraucher abgegeben wird-- als Primärprodukt (d.h. in Decke, Schwarte, Federkleid)-- ohne Decke, Schwarte oder Federkleid-- zerlegt (auch Abgabe von Teilen), ausgebeint, tiefgekühlt etc. (vgl. VO(EG)852/2004, Art.2 Abs. 1).Wer als Jäger also ganze Stücke Wild unzerwirkt oder portioniert, oder auch Wildteile –frischoder tiefgekühlt - an Endverbraucher direkt abgibt (Abgabe = verschenken und verkaufen)brauchen die Abgabe nicht zu dokumentieren.Auswirkung der DVO 931/2011Neu ist, dass bei jeglicher Abgabe von Wild und Wildteilen an Einzelhandelsunternehmer inunverarbeiteter und verarbeiteter Form Nachweis zu führen ist, was zu welchem Zeitpunktan wen geliefert wurde (gilt für Haar –und Federwild gleichermaßen!!)Der Nachweis muss deshalb folgende Angaben umfassen:a) Beschreibung des Lebensmittels (also z.B. Reh in der Decke, Wildschwein ohneSchwarte, Rehkeule, Wildente gerupft)b) Mengenangabe (Stück) – z.B. „zwei Rehe in der Decke“ oder „zwei Rehkeulen“c) Name und Anschrift des Einzelhandelsunternehmens, an den das Wild abgegebenwurded) Bezugsnummere) AbgabedatumDer Nachweis muss so lange aufbewahrt werden, bis davon ausgegangen werden kann, dassdas abgegebene Lebensmittel verzehrt wurde:Wer z.B. einem Metzger im September ein Reh liefert, muss damit rechnen, dass dieserwesentliche Teile des Rehs bis Dezember einfriert und erst dann zum Verzehr durchEndverbraucher verkauft.Wer im Herbst einem Gasthof ein Stück Schwarzwild für eine „Wildwoche“ liefert, kanndavon ausgehen, dass das Wild unmittelbar verzehrt wird.Was die Kennzeichnung anbelangt, gibt es weder von der EU noch von Bund oder Landkonkrete Vorschriften, wie das zu geschehen hat.Wichtig ist nur, dass z.B. bei einer Lebensmittelkontrolle in einem Gasthof eindeutig ermitteltwerden kann, von wem Wild oder Wildteile stammen, wann es erlegt bzw. dorthin abgegebenwurde.Bei der Abgabe von ganzen Stücken (in Decke, Schwarte, Federkleid) oder abgezogen, aberunzerwirkt, kann dem Wild deshalb ein Begleitschein (Kopie verbleibt beim Erleger!)beigefügt werden – vgl. Muster in der Anlage.Werden mehrere Stücke an denselben Einzelhändler abgegeben, reicht ein Schein, mit demaber eindeutig die Identifizierung der gelieferten Stücke möglich sein muss.Als Nummerierung kann z.B. bei ganzen Stücken die gleiche Nummerierung wie in derStreckenliste genommen werden; bei Abgabe von Teilstücken kann eine Unterteilungerfolgen z.B. „x.1“ oder a,b,c…Bei Schwarzwild ist es auch möglich, die Nummer des Wildursprungsscheins für dieTrichinenuntersuchung als Identifikations-Nummer zu nehmen.Bei der Abgabe von Wildteilen stellt der Gefrieraufkleber der DJV-Jagdservice undMarketing-Gesellschaft (in Verbindung z.B. mit der Nummerierung der Streckenliste) einegute Möglichkeit der Kennzeichnung für die portionierten Stücke dar.

Erstellt am 28.02.2014
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