Hohenloher Jäger zeigen Flagge

Am Dienstag, den 3. September 2013 luden die Kreisjägermeister Dr. Wilfried Ziegler(Schwäbisch Hall), Kurt Brenner (Crailsheim) und Robert Volpp (Hohenlohekreis) zu einerPodiumsdiskussion ein.

Klanggewaltig stimmten die circa 75 Jagdhornbläser aus den 6 Bläsergruppen der 3 veranstalteten Kreisvereine, Schwäbisch Hall, Crailsheim und Hohenlohe die ankommenden Abgeordneten auf das ein, was sie bei dieser Podiumsdiskussion zur Novellierung des Landesjagdgesetzes erwarten würde.Die Mehrzweckhalle in Wolpertshausen füllte sich zügig, so das noch nachbestuhlt werden musste, um allen interessierten einen Sitzplatz zu bieten. Die große Teilnahme zeigt, wie wichtig es den Jägern ist, ein für alle Beteiligte akzeptables Ergebnis zu erzielen.Die Begrüßung übernahm der KJM von SHA, Herr Dr. Ziegler. Er konnte auf dem Podium Hr. Bullinger, MdL von der FDP, Hr. Sakellariou ,MdL von der SPD, Hr. Rüeck, MdL und Hr. von Eyb, MdL beide von der CDU, Hr. Erbprinz Kraft zu Hohenlohe-Oehringen für den Verband der Waldbesitzer, Hr. Merz für die Jagdgenossenschaft, Hr. Muggele für den Bauernverband, BZJ Sokolowski für den LJV sowie Hr. Kreisrat Feuchter vom Bündnis 90/Die Grünen, der sehr kurzfristig noch zugesagt hat, begrüßen. Leider waren keine Vertreter vom Tierschutzverband und vom Nabu auf dem Podium anwesend, was auch gleich von der Grünen-Fraktion kritisiert wurde. Des Weiteren fand Hr. Feuchter, das der Zeitpunkt für solch eine Veranstaltung verfrüht gewählt worden wäre, man solle doch erst den Referentenentwurf abwarten. Das wurde Pfiffen und Buhrufen aus dem Publikum beantwortet. Die Moderation der Diskussion übernahm der Chefredakteur vom Haller Tagblatt Herr Haas. Die anwesenden Parteivertreter gaben an, alle keine Jäger zu sein, was einen zur der Überlegung treiben kann, von wem wohl ein neues Jagdgesetz gemacht werden soll? Die Diskussion verlief in sehr respektvollen Tönen, obwohl die Meinungen bei den einzelnen Punkten weit auseinander liefen. So versuchte jeder seinen Standpunkt zu vertreten und räumte aber auch ein, manches so noch nie gehört zu haben, wie es an diesem Abend vorgebracht wurde.Kritik übten fast alle am Beteiligungsverfahren, da die Quotenregelung nicht gerecht war. Verbände mit wenigen hundert Mitgliedern hatten genauso viele Beteiligte wie der LJV mit 30000 Mitgliedern.So plädierte der Erbprinz z.B. für die Beibehaltung der Wildtierfütterung. In unserer zerschnittenen Natur gibt es keine großen Wandergebiete mit ausreichendem Nahrungsangebot in strengen Wintern mehr. Man solle doch auch bitte die Erkenntnisse aus wildbiologischen Gutachten über der Wiederkäuer mit einbeziehen .Diesem Argument schloss sich auch der Vertreter der SPD an .Auch war er der Meinung, das bedrohte Tierarten ins Jagdrecht zu nehmen sind. Diese kämen dann in die Hegepflicht und erhielten eine ganzjährige Schonung .Die Jäger wollen nicht immer nur schießen, sie betreiben auch aktiven Natur- und Tierschutz.Auch Hr. Rück sprach sich für eine Ausweitung der Liste für jagdbare Tiere aus, die dann variabel in unterschiedlichen Regionen angewendet werden könnte. Denn da wo zum Beispiel nur wenige Kormorane sind, können sie anderswo eine Plage sein. Es kann nicht sein, das unsere Gewässer leergeräumt werden, weil das Gleichgewicht nicht mehr stimmt.Zu den Punkten Baujagd und Jagdhundeausbildung mussten alle gestehen, dass sie da die falschen Ansprechpartner sind, da ihnen da das Fachwissen fehle. Aber sie doch einsahen, das ein gut ausgebildeter Jagdhund sehr wichtig ist, und es keine Alternativen zur Baujagd und zur Ausbildung hinter der lebenden Ente gibt.Warum man das Kreisjagdamt abschaffen will, das über Jahrzehnte gut funktioniert, war eigentlich niemanden so recht klar. Umso wie im Entwurf vorgesehen, Wildtierbeauftragte auf Kreisebene einzusetzen braucht man Unsummen an Geld. Wer das bezahlen, konnte niemand sagen. Auch wird mit diesem Beauftragten den Jägern und Grundstückseigentümern die Entscheidungshoheit genommen.Bei den Wildschadensersatzleistungen sehen sich die Jäger ziemlich allein gelassen .Die Vertreter vom Bauernverband und der Jagdgenossenschaft waren der Ansicht, es soll alles so bleiben wie bisher, der Jäger zahlt für den Wildschaden allein. Der Jäger muss aktive Schadensabwehr betreiben. Man bat die Jägerschaft um mehr Toleranz für den Anbau von Energiepflanzen zur Umsetzung der Energiewende . Aber ist der großflächige Anbau vom Energiemais noch bäuerlich? Oder kann man da nicht schon eher von einer Industrialisierung der Landwirtschaft sprechen.In der abschließenden Diskussion aus dem Publikum heraus, wurde den Podiumsmitgliedern angeboten, sich einmal die Jagdhundeausbildung anzuschauen, oder mit einem Jäger eine Revierbegehung zu machen, um sich mal praxisnah zu informieren. Zum Abschluss dankte KJM Ziegler allen Teilnehmern für die angeregte aber sehr zivilisierte Diskussion. Er stellte fest, dass sich auch einige Bürgermeister im Publikum befanden. Diese sind als Verpächter der Jagdreviere daran interessiert , auch weiterhin ihre Reviere verpachten zu können. Denn wenn kein Jäger mehr bereit ist, seine Zeit und sein Geld in die Jagd zu investieren, wie soll es dann weitergehen ?Kreisjägermeister Robert Volpp möchte sich auf diesem Weg bei allen bedanken, dass sie trotz der Kürze der Zeit durch Ihre Anwesenheit eindrucksvoll dazu beigetragen haben, dass die Veranstaltung ein voller Erfolg wurde.

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Erstellt am 28.02.2014
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